Schon mein ganzes Leben lang trug ich einen unsichtbaren und doch sehr realen Rucksack mit mir herum. Mein Gewicht war in jeder einzelnen Lebensphase eine massive Belastung. Es war nicht nur eine reine optische Frage, sondern ein ständiger Filter, durch den ich die Welt wahrgenommen habe. In einem Leben, das ich ohnehin schon stark nach den Erwartungen anderer ausgerichtet hatte, war mein eigener Körper mein lautester Kritiker und gleichzeitig mein größtes Gefängnis.
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ToggleWar das Essen mein einziger Trost?
Um diese Reise zu verstehen, muss man weit zurückblicken. In meiner Jugend war ich jahrelang massiven Anfeindungen ausgesetzt. Ich wurde in der Schule ununterbrochen gemobbt. Jeder Tag war ein Spießrutenlauf, bei dem mein Körper die direkte Angriffsfläche bot.
In dieser schweren Zeit lernte ich ein fatales Muster. Meine Mutter stellte Essen immer und überall zur Verfügung. Es war grenzenlos greifbar. Essen wurde zu meinem universellen Trostspender, zu meiner Belohnung und zu meinem einzigen Werkzeug, um den Schmerz zu kompensieren. Alles wurde mit Nahrung gedämpft. Wenn die Welt draußen laut und grausam war, bot das Essen eine kurzfristige, trügerische Sicherheit. Ich baute mir im wahrsten Sinne des Wortes eine schützende Schicht auf.
Wie laut ist die stille Ausgrenzung der Gesellschaft?
Die Realität als stark übergewichtiger Mensch in unserer Gesellschaft ist unfassbar hart. Mein absolutes Höchstgewicht erreichte ich im Januar 2022 mit rund 140 Kilo. Ich wollte in dieser Zeit einfach nicht auffallen und versuchte mich buchstäblich unsichtbar zu machen. Mein Kleiderschrank bestand aus furchtbarer Kleidung. Ich trug weite und bunte Shirts und Hosen, die mir immer viel zu lang waren.

Früher dachte ich, es wäre mir egal. Heute weiß ich ganz genau, dass ich mich in Grund und Boden geschämt habe. Das Gewicht stand mir immer im Weg, besonders wenn es darum ging, neue Freunde kennenzulernen. Es sind die kleinen, demütigenden Momente, die einen brechen. Wenn man in einen vollen Bus steigt und die Leute lieber stehen bleiben, als sich auf den freien Platz neben einen zu setzen.
Unsere Gesellschaft ist extrem oberflächlich. Dicke Menschen werden tendenziell ausgeschlossen und diskriminiert. Manchmal geschieht das sehr aktiv durch fiese Kommentare, oft aber passiv durch Blicke oder Ignoranz. Zu dieser realen Ablehnung kam dann noch meine eigene, ständige Paranoia. Wenn Leute lachten, fragte ich mich sofort, ob sie gerade über mich sprachen. Haben sie gelästert? Was denken sie gerade über meinen Körper? Diese ständige innere Alarmbereitschaft hat mich mental völlig zermürbt.
Warum reicht reine Disziplin oft nicht für die Freiheit?
Der eigentliche Wendepunkt kam während eines Urlaubs. Wir machten Bilder und als ich mich selbst auf diesen Fotos sah, empfand ich meinen Anblick als extrem abstoßend. Dieser brutale Spiegel war der Moment, in dem ich den harten Weg begann.
Ich schaffte es, durch eine sehr strenge Low Carb Ernährung die ersten zwanzig Kilo abzunehmen. Das erforderte eine schier unglaubliche Disziplin. Der ständige Hunger wurde durch diese Umstellung der Nährstoffe zwar etwas weniger, aber es war unfassbar anstrengend, weil es am Ende doch ein reiner Verzicht war. Ich musste ununterbrochen stark sein. Es war ein beachtlicher Erfolg, aber es war ein täglicher Kraftakt gegen meine eigene Biologie. Meine Gedanken kreisten weiterhin um das Essen. Es fühlte sich an, als würde ich eine schwere Wand wegdrücken, die jederzeit wieder zurückschnellen konnte.
Wie fühlt sich absolute Stille im Kopf an?
Irgendwann verstand ich, dass ich diesen enormen Energieaufwand nicht mein restliches Leben lang durchhalten kann. Adipositas ist kein reiner Mangel an Disziplin. Im Februar 2025 entschied ich mich für ärztliche Hilfe und nahm meine erste Dosis Mounjaro.
Ich spürte beinahe sofort eine gewaltige Veränderung. Es war nicht nur der Körper, der reagierte. Es war vor allem mein Kopf. Plötzlich war es still. Das ständige Kreisen der Gedanken um das nächste Essen war einfach weg. Es gab keinen quälenden Heißhunger mehr und keine Gier nach Süßigkeiten. Zum allerersten Mal in meinem Leben hatte ich das befreiende Gefühl, dass mein Körper und mein Geist in dieselbe Richtung arbeiten. Ich passte die Dosis über die Monate immer leicht an, sobald ich merkte, dass die Wirkung schwächer wurde. Dieser Weg führte dazu, dass weitere vierzig Kilo von mir abfielen.
Was passiert, wenn der Nebel sich lichtet?
Im März 2026 habe ich das Medikament schließlich abgesetzt. Seit nunmehr sechs Wochen halte ich mein neues Gewicht von 77 Kilo völlig stabil. Der Weg von der Adipositas zum Normalgewicht hat mein gesamtes Dasein radikal verändert.
Die wohl größte Veränderung betrifft meine mentale Klarheit. Als der Fokus auf das Essen endlich verschwand, setzte das eine gewaltige Menge an neuer Energie frei. Diese Kraft ließ mich plötzlich glasklar sehen. Ich konnte endlich andere massive Probleme in meinem Leben angehen, die vorher unsichtbar waren oder die ich durch das Essen erfolgreich gedämpft hatte.
Auch physisch lebe ich ein neues Leben. Ich kann mich wieder sportlich betätigen. Wenn ich heute in ein Geschäft gehe, kaufe ich Kleidung, die mir wirklich gefällt und nicht bloß riesige Stoffe, die meinen Körper irgendwie verstecken. Um diesen Weg für euch greifbarer zu machen, füge ich unten eine kleine Statistik ein. Sie zeigt meinen exakten Verlauf seit September 2025, als ich bei 119 Kilo stand, bis zu meinem heutigen Zielgewicht. Es ist der sichtbare Beweis meiner Befreiung.

Transparenz und mein Weg zu ärztlicher Begleitung
Ich habe meine ärztliche Beratung und die Ausstellung der Rezepte komplett digital über die Plattform DoktorABC organisiert. Für mich war dieser Weg ideal, da er mir den unangenehmen Gang in volle Wartezimmer erspart hat und sich diskret in meinen Alltag integrieren ließ.
Wenn du selbst das Gefühl hast, dass du ärztliche Begleitung auf deinem Weg zu einem gesünderen Gewicht benötigst, kann ich dir diese Anlaufstelle aus meiner eigenen Erfahrung sehr empfehlen. Über meinen persönlichen Verweis kannst du dich dort völlig unverbindlich von zugelassenen Ärzten beraten lassen und prüfen, ob eine solche Therapie für dich infrage kommt. Wenn du dazu Fragen hast, kannst du mich gerne kontaktieren.
Mein persönlicher Weg zur Telemedizin
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