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Neustart mit 30: Warum ich aufhöre, nur nebenbei zu leben

Hallo, ich bin Marcel. Ich bin Jahrgang 1995 und in Darmstadt geboren und aufgewachsen. Mein Lebensweg liest sich auf dem Papier wahrscheinlich wie eine klassische und schnurgerade Linie ohne besondere Vorkommnisse. Angefangen mit der Schule über meinen Abschluss als Bachelor of Laws bis hin zum Kennenlernen meiner heutigen Frau und unserer Hochzeit. Seit 2017 bin ich als Datenschutzberater bei einem großen Konzern tätig. Das ist ein Leben, das von außen betrachtet alle Erwartungen der Gesellschaft lückenlos abhakt. Alles wirkt sicher und durchoptimiert. Aber doch habe ich viel zu viele Jahre meinem Leben beim Nichtleben zugesehen.

Bedeutet Kontrolle eigentlich Freiheit?

Ich habe mein Leben spartanisch geführt und fast alles rational durchgeplant. Der Gedanke dahinter war simpel. Ich dachte, dass Struktur automatisch Kontrolle bedeutet und Kontrolle schließlich zu Freiheit führt. Aber diese Gleichung ging am Ende nicht auf. Statt mir Freiräume zu schaffen, habe ich meine eigene Energie bis zur absoluten Erschöpfung verbrannt. Ich habe mein Leben nicht aktiv gestaltet, sondern es nur noch der Pflicht wegen verwaltet.

War ich eine Marionette in fremdbestimmter Regie?

Rückblickend fühlte ich mich oft wie eine Marionette in einem Stück, das ich zwar selbst aufgeführt habe, dessen Regie jedoch längst fremdbestimmt war. Ich war gefangen in einer ständigen inneren Alarmbereitschaft und einem dauerhaften Modus der reinen Pflichterfüllung. Zum Beispiel war ich oft sofort erreichbar, wenn jemand anderes etwas brauchte. Ich habe Strukturen vorgegeben, Probleme gelöst und Verantwortungen getragen, die nicht meine eigenen waren. Das war ein Alltag, in dem ich nach außen hin reibungslos funktionierte. Tief im Inneren war ich über Jahre hinweg jedoch leer und unglücklich. Irgendwann zog ich unbewusst eine dicke Glasscheibe zwischen mir und der Welt hoch. Es war ein reiner Schutzmechanismus, um die ständigen Anforderungen, Reize und Erwartungen überhaupt noch ertragen zu können.

Wie erobere ich meine eigene Autonomie zurück?

Der Wendepunkt war kein plötzlicher Knall, sondern das unausweichliche Eingeständnis der totalen Überlastung. Ich bin noch immer auf der Suche nach der endgültigen Formel für echte Zufriedenheit. Aber die wichtigste Erkenntnis habe ich aus diesem Zusammenbruch bereits gezogen. Ich muss das Drehbuch wieder selbst in die Hand nehmen.

Dazu gehört vor allem, harte und unumstößliche Regeln für meine Autonomie aufzustellen. Ich lerne gerade mühsam, wo und wie ich glasklare Grenzen ziehe, um meinen Freiraum zu schützen. Das bedeutet konkret, dass ich mein Telefon auch mal stumm schalte und nicht mehr rund um die Uhr verfügbar sein muss. Es bedeutet das Recht auf eine geschlossene Tür und die Erlaubnis, Aufgaben oder emotionale Erwartungen abzuweisen. Und das geschieht ganz ohne mich dafür endlos rechtfertigen zu müssen. Seit ich diese Notwendigkeit erkannt habe, weiß ich, dass von nun an jeder Tag nur ein wenig klarer und besser werden kann.

Was dir die Alltagsbilanz bieten wird

Ich möchte sehr genau prüfen, welche Gewohnheiten, Verpflichtungen und Strukturen mir Energie geben und welche mich schleichend in die Insolvenz treiben. Denn in der Wirtschaft zieht man eine Bilanz, um ungehemmt offenzulegen, ob ein Unternehmen gesund ist. Die Vermögenswerte werden den Verbindlichkeiten gegenübergestellt. Genau das mache ich jetzt mit meinem Leben.

Ich möchte dich auf meiner Reise mitnehmen. Dieser Blog ist mein Tagebuch auf dem Weg zur Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Effizienz. Jeder Schritt meiner Erfolge, meiner Fehler und meines Neustarts wird dich hier begleiten.

Auf dich warten hier in Zukunft analytische und direkte Beiträge über folgende Themen:

  • Selbstbestimmung und Grenzen: sich aus der ständigen Verfügbarkeit lösen, toxische Rollenmuster ablegen und lernen, radikal für die eigene Autonomie einzustehen.

  • Finanzen, Verträge und Struktur: Ordnung ins Chaos bringen, Altlasten streichen und Ressourcen klug, rational und unabhängig einsetzen.

  • Glaubenssätze, Minimalismus und Alltag: den ständigen Lärm abstellen, die Ernährung betrachten und mentale Routinen schaffen, um endlich aufzuhören, nur zu funktionieren.

Ich freue mich, dass du da bist. Lass uns gemeinsam Bilanz ziehen.

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